Als die Soldaten ihn umstellten, lag Jeremiah Grant auf einem Strohlager in einer Höhle. Fünf seiner Kumpane waren bei ihm. Als das Militär und die Yeomanry in den Wald von Killoughram eindrangen, leistete die Bande erbitterten Widerstand, bis fünf Soldaten verwundet zu Boden gingen. Schließlich wurden die Männer überwältigt und entwaffnet. Grant lieferte man unter dem falschen Namen Cooney in das Gefängnis von Wexford ein. Im Bericht Pelhams setzte jedoch nicht der Zugriff seiner Laufbahn ein Ende, sondern die Enthüllung jenes Namens, den er so sorgsam verborgen hatte.
Camden Pelham veröffentlichte den Lebenslauf dieses Banditen in The Chronicles of Crime, einer retrospektiven Sammlung aus dem Jahre 1887. Er bezeichnet Grant als irischen „Freebooter“ und schildert dessen Werdegang mit der Ironie und den Standesurteilen seiner eigenen Epoche. Der Text stellt weder ein gerichtliches Protokoll noch eine Sammlung beeidigter Zeugenaussagen dar. Das Lob der weltmännischen Eleganz des Räubers und die der Landbevölkerung zugeschriebenen Anekdoten müssen dem Chronisten selbst zugerechnet werden. Dennoch sind mehrere Stationen mit konkreten Daten versehen: ein früherer Ausbruch aus dem Gefängnis von Maryborough, ein Einbruchdiebstahl bei Thomas Cambie im März 1816, die Verhaftung in Wexford unter dem Namen Cooney und die Gerichtsverhandlung in Maryborough.
Pelham verlegt Grants Herkunft in das Queen’s County als Sohn eines armen Kleinbauern. Er behauptet, der junge Mann habe bereits im Alter von neunzehn Jahren begonnen, Reisende auf den Heerstraßen auszuplündern, und sei mit einundzwanzig von anderen Dieben zum Anführer einer Bande gewählt worden. Das Buch nennt für diese Anfänge weder Tage noch Namen der Opfer. Es stilisiert Grants Freigiebigkeit zum Schlüssel seiner Berühmtheit: Ein Teil der Beute sei stets an die Armen verteilt worden, während die Bauern eine jährliche Schutzabgabe entrichtet hätten, um von nächtlichen Heimsuchungen verschont zu bleiben. Pelham schildert diese Erpressung als stillschweigend hingenommene Gepflogenheit, vermag jedoch weder Verträge noch Zeugnisse dafür beizubringen.
Der Bericht über seine erste Verhaftung bedient ein anderes Publikum. In Maryborough, so erklärt Pelham, seien Honoratioren und vornehme Damen herbeigeströmt, um den Gefangenen in seiner Zelle zu begaffen. Der Chronist mutmaßt, diese zudringliche Neugierde habe Grant tief gekränkt. Eines Nachts durchfeilte der Häftling die Eisenstangen eines Fensters und entkam. Mit den verbliebenen Getreuen verließ er daraufhin die Berge von Slieve Bloom und schlug im Walde von Killoughram im County Wexford, unweit von Enniscorthy, sein Lager auf.
In dieser neuen Gegend gab er sich den Namen Cooney. Pelham berichtet, er habe unter dieser Identität die umliegenden Marktflecken aufgesucht und seinen Unterschlupf eine Zeit lang ungestört behauptet. Im März 1816 kehrte er jedoch in das Queen’s County zurück. Sein Ziel war das Anwesen von Thomas Cambie, wo er dem Text zufolge Geld und Silberzeug von beträchtlichem Werte erbeutete. Frau Cambie befand sich allein im Hause. Sie setzte ihm Abendbrot und Wein vor; als der Räuberhauptmann versuchte, eine Flasche mit den Zähnen zu entkorken, reichte sie ihm zuvorkommend einen Korkenzieher. Der Bericht hebt diese sonderbare Höflichkeit hervor, lässt jedoch offen, ob die Hausherrin wusste, wen sie bewirtete.
Beim Aufbruch eignete sich Grant überdies das Pferd und die leichte Kutsche des Herrn Cambie an, um in das Gehölz zurückzukehren. Dieses Detail knüpft den Einbruch unmittelbar an das Versteck: Der Beutezug endete nicht in einer planlosen Flucht ins Ungewisse, sondern führte geradewegs nach Killoughram, wo sich die Bande eingerichtet hatte. Das Treiben der Räuber versetzte die Gegend von Wexford in Schrecken, in der laut Pelham Einbrüche damals eine Seltenheit waren. Ein geheimer Hinweis verriet schließlich den Schlupfwinkel. Archibald Jacob führte die Soldaten aus Enniscorthy heran und ließ den Wald umstellen.
Die Höhle lag im dichtesten Dickicht verborgen. Dort überraschten die Soldaten Grant und fünf seiner Gefährten auf dem Stroh. Pelham überliefert, die Bande habe sich mit äußerster Verzweiflung gewehrt, wobei fünf Soldaten verwundet wurden, ehe man sich ergab. Im Inneren fanden die Häscher Einbruchswerkzeuge und Feuerwaffen. Diese Szene belegt, dass sich der Fund nicht auf das Pferd oder das Cambie’sche Gut beschränkte: Die Zuflucht barg nach der Schilderung das Rüstzeug für künftige Verbrechen.
Grant wurde unter dem Namen Cooney in das Gefängnis von Wexford überstellt. Pelham fügt hinzu, die Beweislage sei in dieser Sache dürftig gewesen, sodass man einen Freispruch befürchten musste. Da erst wurde offenbar, dass es sich um den berüchtigten Kapitän Grant handelte. Der Kerkermeister von Maryborough forderte den Häftling unverzüglich an und ließ ihn in sein altes Gefängnis überführen. Die Enttarnung änderte die Lage des Verhafteten von Grund auf: Der Mann, den man unter falschem Namen verfolgt hatte, kehrte in jene Grafschaft zurück, wo man seinen wahren Namen nur allzu gut mit jahrelangem Bandenwesen verband.
Diese Überstellung erfolgte nach Pelhams Worten in buchstäblich letzter Stunde. Der Chronist berichtet, für denselben Abend sei ein Anschlag vorbereitet gewesen, um Grant gewaltsam aus dem Gefängnis von Wexford zu befreien. Weder die Einzelheiten des Plans noch die Helfershelfer oder die Art der Aufdeckung werden näher beleuchtet. Man hat sich an das zu halten, was die Überlieferung meldet: Die Haftanstalt von Wexford sollte Schauplatz eines neuen Ausbruchs werden, den der überraschende Abtransport des Gefangenen vor der Ausführung zunichtemachte. Nach dem geglückten Entkommen aus Maryborough blieb dieser zweite Versuch unvollendet.
Das Verfahren gegen Grant begann in Maryborough am 16. August 1816. Er wurde des Einbruchdiebstahls im Hause Cambie für schuldig befunden. Pelham verzichtet auf Einzelheiten über die Aussagen zu Geld, Tafelsilber, Pferd oder Kutsche; ebenso wenig lässt sich nachvollziehen, ob Anklage wegen des Waffenbesitzes oder der Verwundung der Soldaten erhoben wurde. Der erwähnte Urteilsspruch bezog sich allein auf die bei Cambie verübte Burglary. Man darf ihn daher nicht als pauschales Rechtsurteil über den gesamten Lebenswandel betrachten, den Pelham zuvor ausgebreitet hat.
Vor der Verkündung des Urteils befragt, erbat Grant einen Aufschub. Er erklärte, er hoffe weder auf Begnadigung noch auf Verschonung vor dem Tod; sein einziges Bestreben sei es, die Entschädigung der durch seine Taten geschädigten Personen ins Werk zu setzen. Besucher, die ihn in der Zelle aufgesucht hätten, hätten seinen Sinn gewandelt. Dies ist die einzige Sinnesänderung, die das Kapitel schildert, und sie äußert sich in jenem förmlichen Gesuch an das Gericht nach dem Schuldspruch. Die Quelle schweigt darüber, ob solche Entschädigungen jemals geleistet wurden.
Das Todesurteil wurde gefällt. Pelham bemerkt, die Hinrichtung sei bis zum 29. August aufgeschoben worden, an welchem Tage Grant mit einer ihm zugeschriebenen Standhaftigkeit und Frömmigkeit verstarb. Das Werk nennt die Jahreszahl kein zweites Mal; die unmittelbare Nähe zum Prozess vom 16. August 1816 verweist das Geschehen jedoch unzweifelhaft in denselben Monat und denselben Rechtszug. Der frühere Flüchtling hatte Namen, Grafschaft und Gefängnis gewechselt. Am Ende lautete das Urteil auf den Einbruch bei Cambie; der Bericht schließt mit einem Versprechen der Wiedergutmachung, dessen Einlösung im Dunkeln bleibt.
