Als Mary Wright in die Half Moon Street Nr. 9 bei Piccadilly zurückkehrt, lecken die Flammen bereits an den Pfosten der hinteren Salontür. Es ist zwanzig Minuten vor acht Uhr. Eine dichte Schneedecke hüllt den Boden ein; das Haus scheint wohlverwahrt, seine Türen und Schlösser unversehrt. Sie ruft um Hilfe. Ein Knabe eilt herbei, hernach Captain Kempster, ihr Nachbar, nebst seinem Bedienten. Mary Wright benennt sie unter jenen, die das Feuer dämpften.
Wright steht erst seit acht Tagen im Dienste William Sturmans. Am Morgen kündigte ihre Herrin an, sie werde außer Haus speisen, und gewährte der Magd einige Stunden Ausgang. Um vier Uhr verriegelt das Mädchen die Läden, prüft die Verschlüsse, lässt die Vorhänge geöffnet und entfernt sich. Ihr Herr trug ihr auf, um halb neun Uhr wiederzukehren und Feuer zu machen; er hatte ihr zuvor gewiesen, wie das Bramah-Schloss der Haustür zu bedienen sei. Bei ihrer Rückkehr sind die Vorhänge des Salons zugezogen, die Lampe steht in der hinteren Speisekammer, und die Fenster der Schlafgemächer stehen offen.
Was dort brennt, ist kein vergessenes Herdfeuer. Bretter aus dem Weinkeller — zu dem allein Sturman den Schlüssel hütet — lehnen an den Türpfosten des hinteren Salons. Dahinter sind Papiere und Reisigbündel aufgeschichtet. Im Vorderzimmer steht eine mit Holz und Papieren gefüllte Hutschachtel dicht an der Wand. Trittleitern und drei Wäschegestelle wurden aus dem Waschhaus herbeigeschafft. Auf den Stufen der Treppe liegen Lumpen, Strümpfe, Kinderkleider und ein Lätzchen verstreut; etliche Stücke riechen stechend nach Terpentinöl. Zwei glühende Schürhaken ruhen in einem mächtigen Kaminfeuer im Salon, und Zündhölzer liegen auf den Treppenstufen bereit.
John Leboine, ein Buchhändler, der auf der Gasse vorüberging, stürzt ins Haus, sobald der Feuerschrei ertönt. In seiner Zeugenaussage bekundet er, die Flammen im hinteren Salon binnen vier oder fünf Minuten gelöscht zu haben. Sein Bericht deckt sich mit jenem der Magd hinsichtlich der raschen Hilfe, ohne dass sich das Verdienst einem Einzelnen zuschreiben ließe. Die Türpfosten, ein Teil des Dielenbodens und das Treppengeländer brannten; Holzstücke waren dergestalt angeordnet, dass das Feuer an der Tür emporgeleitet werden sollte. Die Zeugen, welche das Haus nachmals untersuchen, finden kein erbrochenes Schloss. William Nichols, ein Polizeibeamter, entdeckt auf dem Kaminsims den Schlüssel zu einem Bramah-Schloss. Sein Amtsgenosse William Bacon beteuert, ihm sei kein einziger Fall bekannt, da ein solches Schloss je mit einem Nachschlüssel bezwungen worden wäre.
Der Bücherschrank und die Schubladen des Salons, die bei Wrights Fortgang verschlossen lagen, sind bei ihrer Heimkehr geöffnet und geplündert. Das Vogelbauer mit dem Kanarienvogel ist verschwunden. Als Sturman und seine Ehefrau gegen halb zehn Uhr eintreffen, eröffnet man ihm, sein Sekretär sei aufgebrochen worden. Er ruft aus, er sei verloren. Daraufhin behauptet er, nahezu sechshundert Pfund in Noten seien entwendet worden — Gelder, die er im Bücherschrank verwahrt haben wolle. Befragt nach den größeren Banknoten, versichert er, sie von seinen Pensionsgästen empfangen und manche seit zwei oder drei Jahren behalten zu haben. Er erklärt ferner, er habe nach einem anderen Gebäude Ausschau gehalten, um ein Hotel zu eröffnen; jenes Geld sei für diesen Plan bestimmt gewesen. Dem Sekretär der Globe Insurance Company gegenüber beteuert er anfangs, er wisse nicht, wie das Feuer entstanden sei, und hege gegen niemanden Verdacht.
Bei einer zweiten Befragung nimmt die Unterredung mit dem Assekuranzbeamten eine andere Wendung. Sturman mutmaßt nunmehr, Einbrecher seien mit falschen Schlüsseln eingedrungen. Auf die nach Terpentin riechenden Stoffe angesprochen, äußert er, es habe sich dergleichen wohl noch im Hause befunden. Er schellt und heißt Wright zwei Steinkrüge aus einem Schrank der Speisekammer holen. Sie beteuert, solche Krüge während ihrer achttägigen Dienstzeit nie gesehen zu haben, räumt jedoch im Kreuzverhör ein, nicht alle Winkel durchstöbert zu haben.
Wrights Aussage steht nicht allein. Mary Sweet, die beinahe ein Jahr zuvor bei den Sturmans diente, bestätigt, zwei Steinkrüge im Haus gekannt zu haben — einen für Terpentin, den anderen für Lampenöl. Sie standen unter der Küchentreppe. Dieses Zeugnis verbietet den Schluss, die Krüge seien erst am Brandabend herbeigeschafft worden. Doch Denham, der Vertreter der Versicherung, will in ihrem Geruch dieselbe Mischung erkannt haben wie auf den getränkten Gewändern der Treppe. Vor Gericht trennen sich die Fragen nach der Herkunft der Krüge und ihrer Verwendung beim Brand.
Die Anklage ficht an, Sturman habe sein eigenes Heim in Brand gesteckt, um die Globe Insurance Company zu prellen. Sie stützt sich auf die getränkten Zeuge, die gelegte Brandspur, die unversehrten Riegel und das angeblich geraubte Geld. Sie hält ihm vor, Gebäude und Hausrat für eine beträchtliche Summe versichert zu haben. Die Verteidigung setzt dem die Mutmaßung entgegen, ein Unbekannter habe das Feuer gelegt, um dem Angeklagten Schaden zuzufügen. Thomas Osborne wird für die Verteidigung aufgerufen, doch entlässt ihn die Anklage unverhört: Sie räumt ein, dass Sturman den Pachtvertrag mit vierzehnhundert Pfund versichern musste und vierhundert Pfund für Einbauten aufgewendet hatte. Damit vermag die Verteidigung einen bedeutenden Teil der Versicherungssumme zu rechtfertigen.
Die gesamte Versicherungssumme beläuft sich auf dreitausendfünfhundert Pfund: fünfzehnhundert für das Haus, fünfhundert für die Pachtrechte, fünfzehnhundert für das Mobiliar. Die Taxierung des Hausrats durch den Gehilfen eines Auktionators beläuft sich auf siebenhundertzweiunddreißig Pfund und achtzehn Schillinge; er versichert, die Möbel ließen sich für weniger Geld ersetzen. Der versicherte Betrag für den Hausrat übersteigt diese Schätzung beträchtlich. Die Gesellschaft hält dem deklarierten Wert ein Verzeichnis der im Hause verbliebenen Gegenstände entgegen.
Ein letzter Zeuge stammt aus einem Speisehause in der Gracechurch Street, dem Telegraph Chop-house. George Scott erkennt Sturman wohl wieder, vermag sich aber nicht zu entsinnen, wo er ihn erblickte. Er kann keineswegs bestätigen, dass sein Gast am Brandabend dort speiste. Damit bleibt der Verteidigung der Nachweis einer anderweitig verbrachten Nacht versagt.
Die Geschworenen vernehmen auch die häuslichen Verhältnisse. Zwar zahlten Kostgänger wöchentlich neun oder zehn Guineen, doch schildert Martha Pope, eine frühere Magd, Sturman als einen Mann in steter Bedrängnis, dessen Gläubiger vergeblich anklopften. Diese Umstände weisen auf pekuniäre Nöte hin, ersetzen indes nicht den Sachbeweis des Brandes. Ein im Gerichtssaal aufgestelltes Modell des Hauses gestattet es den Geschworenen, Türen, Gemächer und die Lage der Gegenstände bei den Zeugenaussagen zu verfolgen.
Richter Heath weist die Geschworenen auf zwei mögliche Auslegungen hin: Entweder legte jemand den Brand, um Sturman ins Verderben zu stürzen, wie die Verteidigung behauptet, oder das Feuer wurde gelegt, um die Versicherungsgelder zu erlangen, wie die Gesellschaft vorbringt. Er mahnt, dass heimliche Brandstiftungen selten unmittelbare Zeugen finden; die Geschworenen müssen daher die Umstände wägen und urteilen, wer das geschichtete Brennmaterial entzündete. Nach halbstündiger Beratung erkennen sie Sturman für schuldig. Bei Verkündung des Spruchs zeigt sich der Verurteilte tief erschüttert.
